„Die 4. Revolution“: HANSA-Kino nahezu ausverkauft

“Die 4. Revolution: Energy Autonomy” – das ist kein trockener Dokumentarfilm, sondern ein Gefühle und Verstand herausfordernder Film, diese Meinung teilten nahezu alle Besucher am Donnerstagabend im fast ausverkauften HANSA-Kino.

Nicht die inzwischen bekannten Umweltschäden unserer atomar-fossilen Energieversorgung und die Folgen für den Klimawandel wurden in den Mittelpunkt gestellt, vielmehr wurde an konkreten Beispielen gezeigt, dass es gelingen kann, auf regenerative Energie zu setzen.

Das ist schon beeindruckend, wenn in Dänemark eine ganze Region durch eine intelligente Kombination der Technik ausschließlich aus regenerativer Energie gespeist wird. Wenn in Mali durch selbst installierte Sonnenkollektoren plötzlich Elektrizität vorhanden ist und gleichzeitig die technische Schulung der Nutzer stattfindet. Oder wenn zunächst in Bangladesh und inzwischen in anderen Ländern der Dritten Welt durch Kleinkredite – besonders für Frauen – gezielt die dezentrale Energieversorgung aufgebaut wird.

Die Technik für regenerative Energien ist vorhanden. Man muss sie nur intelligent nutzen. Das spart mittelfristig enorme Kosten. Fortschrittliche Unternehmen machen das vor – ob in Deutschland, Spanien oder den USA, überall gibt es funktionierende Beispiele. Das bedeutet keinen Verzicht auf Wohlstand und Lebensqualität, sondern Gewinne – ökonomische und persönliche.

Der Film zeigt Frauen und Männer, die es schaffen, diese Möglichkeiten auch zu verwirklichen. Gegen alle Widerstände, die es gibt, wenn den großen Energiekonzernen die Basis entzogen wird. Es sind beeindruckende und Mut machende Beispiele.

In der anschließenden Diskussion mit der Landtagskandidatin Manuela Grochowiak-Schmieding (GRÜNE) und Jürgen Berghahn (SPD) wurde deutlich, dass in Nordrhein-Westfalen noch viel getan werden muss. Das kann im privaten Bereich der energetischen Haussanierung geschehen, vor allem dezentral durch die Stadtwerke, aber unterstützt durch politische Maßnahmen für den Ausbau regenerativer Energien. Auch in der Politik wird dabei Mut gefordert, um die eingefahrenen Machtverhältnisse in Frage zu stellen und aufzubrechen.

Die Initiatoren des Filmabends Rolf Eickmeier (SPD) und Dr.Burkhard Pohl (Bündnis 90/Die Grünen) riefen dazu auf, sich in Lemgo in allen Parteien und Organisationen für die Energiewende einzusetzen. In Lemgo gebe es durch die langjährigen fortschrittlichen Maßnahmen bereits gute Bedingungen, die verstärkt fortgesetzt werden müssten.

Die Veranstalter-Initiative, der auch die Jungsozialisten, die BUND-Gruppe Lemgo, die Stadtwerke Lemgo und das HANSA-Kino angehören, möchte den Filmabend als Einstieg in weitere Aktivitäten verstanden wissen. Im nächsten Schritt soll die Zusammenarbeit mit den Schulen gesucht werden. Ein erster Schritt zur Zusammenarbeit ergab sich spontan mit der Schülervertretung der Karla-Raveh-Gesamtschule. “Ein Energie- und Klimabündnis in Lemgo wäre gut”, waren sich Dr. Pohl und Rolf Eickmeier am Schluss der Veranstaltung einig.

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