Das Ein-mal-Eins der Bankenrettungen

Schon wieder müssen die Banken gerettet werden. Weil ansonsten unser gesamtes Wirtschaftssystem zusammenbricht, sagt man. Wer klar und schlicht überlegen kann, muss also feststellen, dass unser Finanzsystem mit Hilfe der Banken an den Rand des Ruins gebracht wurde. Anschließend müssen die Regierungen dafür sorgen, dass mit dem staatlichen Geld, vor allem mit dem Geld zukünftiger Generationen, die unvorstellbar hohen Risiken und Verluste der Banken wieder ausgeglichen werden, damit sie so weitermachen können wie bisher. Wahnsinn.

Bundeskanzlerin Merkel mag ja einiges können, aber vom weltweiten Finanzssystem hat sie einfach keine Ahnung. Ihre bisherigen Karriere- und Politikerfahrungen, dass sich schon irgendwie alles beruhigt oder zum Besseren wendet, kann hier nicht funktionieren. Und ihre ständigen Ausreden, sie könne im nationalen Rahmen nichts machen, verdecken nur ihre Unverantwortlichkeit.

Noch einmal die schlichteste Erkenntnis: Wenn die riesengroßen Banken gleichzeitig Investmentbanken großen Stils sind und andererseits ihre ursprüngliche Aufgabe der Kreditvergabe erfüllen sollen, werden sie den Markt so manipulieren, dass sie kurzfristige Investmentgewinne machen können. Wenn dabei die Möglichkeit besteht, undurchschaubare Finanzprodukte zusammenzustellen und anschließend noch auf ihre Entwicklung nach unten riesige Wetten abzuschließen, dann muss dieses System irgendwann zusammenbrechen. Das ist logisch. Wenn es sich um Geldspekulationsgeschäfte handelt und nicht um die Zuwachsraten der realen Wirtschaft, muss es immer Gewinner und Verlierer an anderer Stelle geben. Für die Verluste tritt dann immer der Staat, also der normale Steuerzahler ein – mit gigantischen Summen.

Der Staat hat dann natürlich kein Geld mehr, um seine Steuereinnahmen für die wichtigen Aufgaben der Kommunen, für Bildung und Umweltschutz oder andere Dienstleistungen für seine Bürgerinnen und Bürger einzusetzen.

Gleichzeitig aber sind einige mächtige Finanzjongleure unvorstellbar reich geworden. Der neue Sport unter den Ackermanns dieser Welt hat zum Ziel, strategisch geschickt Krisen zu produzieren und anschließend selbst daran viel Geld zu verdienen. Auf einem höheren Level geht das Spiel dann wieder von vorne los.

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