Der Kniefall Willy Brandts

Vor 40 Jahren fiel Bundeskanzler Willy Brandt vor dem Denkmal für die Opfer des Ghetto-Aufstandes in Warschau auf die Knie. Es wurde zum Symbol der deutsch-polnischen Aussöhnung. Als erster deutscher Kanzler seit dem Zweiten Weltkrieg ist Willy Brandt an diesem 7. Dezember 1970 in die polnische Hauptstadt gekommen. Der Vertrag, mit dem die Bundesrepublik die Oder-Neiße- Linie als Westgrenze Polens anerkennt, soll unterzeichnet werden.

Die neue Ostpolitik hat damals viele Menschen bewegt. Schritt für Schritt hatte es die damalige sozial-liberale Regierung geschafft, trotz des jahrelangen Kalten Krieges zwischen Ost und West Vertrauen aufzubauen. Diese Politik war immer mit der Person Willy Brandts verbunden. Seine Glaubwürdigkeit im Inneren und nach außen ermöglichte die friedenssichernden Verträge mit den östlichen Nachbarn.

Gerade weil er von konservativen Kreisen in ungeheuerlicher Weise diffamiert wurde, beschäftigten sich viele junge Leute umso stärker mit seiner Politik und seinem Leben – und entwickelten Mitgefühl und Bewunderung. Gerade weil Willy Brandt als uneheliches Kind groß werden musste, in der Hitlerzeit emigrierte und im Widerstand aktiv war, konnte er ein Vorbild für junge Leute sein. Viele sind deswegen in die SPD eingetreten. In seiner Regierungserklärung von 1969 hatte er die legendäre Zielsetzung “Mehr Demokratie wagen” formuliert – eine immer noch einzulösende Forderung.

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