Umweltbundesamt hält Ausstieg bis 2017 für machbar

Nach neuen Berechnungen des Umweltbundesamts (UBA) könnten alle Kernkraftwerke sogar bis 2017 stillgelegt werden, ohne dass die Versorgung oder die Klimaschutzziele gefährdet wären. Im deutschen Kraftwerkspark bestünden laut UBA Überkapazitäten von elf Gigawatt, was es erlaube, die sieben ältesten Kernkraftwerke plus Krümmel nicht wieder anzuschalten, heißt es in der Analyse.

Vor allem Erdgas-Wärme-Kraftwerke – möglichst dezentral in Stadtwerken organisiert – könnten bis 2017 sukzessive die Stromproduktion der neueren Meiler übernehmen. Deutlich höhere Strompreise werde es infolge eines Schnellausstiegs nicht geben.

Allerdings wollen die AKW-Konzerne so etwas nicht widerstandslos hinnehmen, sie wollen die Leistungen ihrer Atomkraftwerke sogar noch steigern.

Dies sehen Anträge vor, die E.on und RWE bei den Aufsichtsbehörden eingereicht haben. Nach SPIEGEL-Informationen betrifft dies die vier jüngeren Kraftwerke Emsland, Gundremmingen, Grafenrheinfeld und Grohnde, die wegen des Atommoratoriums nicht abgeschaltet werden mussten.

Das Bundesumweltministerium sieht darin allerdings Probleme. Denn mehr Leistung birgt Sicherheitsrisiken. “Es ist ein bisschen wie bei aufgemotzten Autos, die schneller kaputtgehen”, sagte Wolfgang Renneberg, Ex-Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Ministerium. Bei Druckwasserreaktoren etwa steigt die Temperatur im Reaktor. Versagt das Kühlsystem wie im japanischen Kraftwerk von Fukushima, bleibt den Technikern weniger Zeit, die Anlage zu stabilisieren.

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