Deutschland und Griechenland

Würde Deutschland wegen der aufgehäuften Schulden ein gleich großes Sparpaket aufgezwungen wie Griechenland, müssten im kommenden Bundeshaushalt 120 Milliarden Euro gestrichen werden.Jeder erkennt sofort: Das geht nicht. Aber in Griechenland soll es gehen?

Wenn die weiteren Bedingungen eingehalten würden, also drastische Lohn- und Rentenkürzungen und Erhöhung der Mehrwertsteuer und anderer Steuern, bräche die Kaufkraft total zusammen. Folge: wirtschaftlicher Einbruch.Staatseinnahmen sinken in den Keller. Wie sollen dann Schulden zurückgezahlt werden?

Unter diesem Spardiktat müssen vor allem die einfachen Menschen in Griechenland leiden. Natürlich liegt in Griechenland vieles im Argen – angerichtet von der Wirtschafts-, Finanz- und Politik-Oberschicht.Diese Oligarchie war in der internationalen Politik-Szene gern gesehen. Man konnte gute Geschäfte mit ihnen machen. Weil vieles nicht in Ordnung war, konnten die Großbanken immer höhere Zinsen für Staatsanleihen verlangen. Die Privat-Banken waren dann sogar so clever, dass sie mit dem Löwenanteil ihrer Forderungen schon ausgestiegen sind, bevor die Idee aufkam, sie zu beteiligen.

Mit 10 Milliarden Euro noch im Geschäft ist allerdings die deutsche Real Hypo Estate. Richtig, das ist die Bank, die sich so hoch verzockt hatte, dass sie vor kurzem in Staatsbesitz übergegangen ist. Der deutsche Steuerzahler rettet sich mit Griechenland-Zuschüssen sozusagen selbst. Bankenrettung nach bekanntem Muster: Privatisierung der Gewinne und Sozialisierung der Verluste.

Gibt es Alternativen? Griechenland braucht ein finanziell abgesichertes Wirtschaftsaufbauprogramm. Nach dem 2.Weltkrieg hat Deutschland beispielsweise solche Mittel aus dem Marshall-Plan bekommen. Mittel dazu könnten durch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer gewonnen werden. Nach der Zockerei, die uns in die Finanzkrise geführt hat, war gelegentlich die Rede davon. Inzwischen ist all das wieder vergessen und in immer neuen Programmen muss die Masse der Steuerzahler die Banken retten.

Lesenswert auch die “20 Irrtümer bei der Griechenland-Hilfe”

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