Griechenland und wir

Obwohl inzwischen fast alle europäischen Parlamente dem neuen Euro-Rettungspaket zugestimmt haben, wird nach wie vor viel Blödsinn über die Griechenland-Hilfe geredet. Manche Politiker machen das natürlich auch, um von eigenen Fehlern und Ungerechtigkeiten im eigenen Land abzulenken. Mit den Griechen hat man einen passenden Sündenbock gefunden.

Solange man Griechenland alle möglichen Fehler in die Schuhe schieben kann, muss man nicht darüber reden, dass der deutsche Wohlstand zum großen Teil über den Export mit niedrigen Lohnstückkosten erzielt wird. Unsere Einnahmen sind die Ausgaben anderer. Man will in Deutschland vor allem nicht darüber reden, dass die Wirtschaft auch durch die Stärkung der Binnenkaufkraft mit entsprechenden Lohnerhöhungen wachsen kann. Man muss dann nicht darüber reden, dass unsere Staatsschulden durch die Steuersenkungen der letzten 15 Jahre gestiegen sind oder anders formuliert: Einnahmen für Sozialleistungen und Infrastrukturinvestitionen lassen sich auch durch höhere Einnahmen erzielen. zum Beispiel durch die Wiedereinführung der Vermögenssteuer.

Und man muss nicht darüber reden, dass die Großbanken mit ihren tricksigen Luftprodukten und ihrer Zockerei durch Steuergelder gerettet werden, weil sie so viel verzockt haben, dass sie die gesamte Wirtschaft in den Abgrund reißen würden. Wie lange will sich die Politik eigentlich noch diesen finanzkapitalistischen Gesetzmäßigkeiten alternativlos unterwerfen? Nur nebenbei gefragt: Wo ist in diesen Fragen eigentlich die SPD? Die hat doch eine lange Tradition in diesen Fragen.

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