Volks-BILDung

BILD nutzt natürlich jede Gelegenheit, Werbung für erzkonservative und antisoziale Politik zu machen. Wie schön, dass in den USA ein konservativer Unternehmersohn zum Vize-Präsidentschaftskandidaten gemacht wurde. Da interessiert nicht so sehr, dass dieser Paul Ryan in krasser Weise die staatlichen Sozialausgaben kürzen will und die Steuern für die Vermögenden noch weiter senken will, BILD hebt hervor, dass der aufstrebende US-Politiker (42 Jahre alt) ein Fitness-Freak ist (mit 60-minütigem “P90X”-Extrem-Sport), als Katholik Gegner von Abtreibung und Schwulenehe ist, sich als Koffein-Junkie bezeichnet, der zuviel Kaffee trinkt, und ein Rock-Musik-Fan ist mit der Lieblingsband Led Zeppelin.

Na super – und dann sieht auch auch noch gut geschniegelt aus.

Als Hintergrundinformation berufen wir uns einmal auf die katholische Kirche in Deutschland (katholisch.de)

Wen möchte BILD als SPD-Kanzlerkandidaten?

Natürlich Peer Steinbrück. Die Kampagne für ihn hat bereits begonnen. Beispiel gefällig? Am 13.August die Ankündigung auf Seite 1, groß links oben: “SPD-Politiker Steinbrück, Todes-Gefahr bei Elefanten-Safari”. Auf Seite 2 ganz oben geht’s weiter: “Steinbrück-Safari (rot), Nachts kamen die Elefanten …” Als Abbildung zum Text ein Elefantenfoto mit dem eingebauten Text: “Wilder Elefant: Bis 7,5 Tonnen schwer und vier Meter hoch”. Daneben ein Porträt-Foto von Peer Steinbrück.

Im Text heißt es, dass Peer Steinbrück mit Frau und seinen drei Kindern auf Nashorn-Besichtigungssafari in Botswana war und angeblich nachts Elefanten durch das Campinglager der Touristen getrampelt sind. Familie Steinbrück blieb im Zelt. Die Elefanten waren dann offensichtlich wieder weg. BILD fragt einen Experten des World Wide Fund for Nature (WWF), ob Steinbrücks in Lebensgefahr schwebten. Der wird zitiert: “Elefanten können sehr gefährlich sein. Vor allem wenn sie auf Futtersuche sind. Alleine in Indien werden jedes Jahr mehr als 100 Menschen durch Elefanten getötet. …”

Zu Beginn des Artikels heißt es:”Für Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (65/SPD) wäre die Begegnung mit den bis zu 7,5 Tonnen schweren Tieren jedoch um ein Haar böse ausgegangen.” Da atmen natürlich alle Leserinnen und Leser auf, dass Steinbrück all das überstanden hat.

Deshalb darf auch das Steinbrück-Zitat zu Nashörnern als BILD-Botschaft nicht fehlen.”Das Nashorn kommt ganz langsam in Gang, aber wenn es einmal in Gang gekommen ist, dann ist es nicht mehr aufzuhalten”, sagt Steinbrück – mit Anspielung auf seinen politischen Dauerlauf zur Kanzlerkandidatur.”

Kleiner darunter in einem Kästchen noch ein Text unter der Überschrift “SPD streitet über Kanzlerkandidaten”. Auch wenn die Überschrift zurzeit noch falsch ist, werden im Text zwei Unterstützer Peer Steinbrücks zitiert.

So wird in Deutschland Politik gemacht. Mal sehn, wie die SPD da mitmacht.