DGB-Chef Michael Sommer im Interview

DGB-Chef Michael Sommer erläutert im HANDELSBLATT-Interview seine Kritik an der weiter ungehemmten Finanzindustrie, dem Fiskalpakt und den einseitig beschränkten deutschen Euro-Rettungsforderungen. Er beklagt das Versagen der Politik, muss aber zugeben, dass die Gewerkschaften mit ihrer Analyse und ihren Forderungen in der Öffentlichkeit nicht durchdringen. Die Zusammenhänge seien wahrscheinlich zu kompliziert.

Auf jeden Fall klar und lesenswert argumentiert. Was ist daran so kompliziert?

Hier das Interview.

Dazu auch ein Kommentar von Ursula Engelen-Kefer:”Für einen solidarischen und gerechten Sozialstaat”

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Wie funktionieren die Finanzmärkte?

Warum wird die “Finanzindustrie” nach den Zockerkrisen und dem Fast-Zusammenbruch von 2008 eigentlich nicht stärker reguliert? Wieso werden Banken mit unvorstellbar hohen staatlichen Steuer-Mitteln gerettet, ohne dass im Gegenzug Regeln festgelegt werden und unnütze Tätigkeiten ganz unterbunden werden oder die Risiken des Scheiterns bei den Investmentbanken bleiben?

Robert Misik beschäftigt sich mit dieser Problematik in dem DGB-Magazin “Gegenblende” und beantwortet am Ende seines Textes die aufgeworfenen Fragen so:

“Haben Investmentbanken und andere Schattenbanken eine produktive Funktion für eine Volkswirtschaft (oder die globale Ökonomie)?

Nein, in ganz überwiegendem Maße nicht.

Wäre das Finanzsystem stabiler, würde man Marktkräfte wirken lassen?

Nein, endogene Kräfte im Finanzsystem führen notwendigerweise zu Instabilität.

Behindern Regulierungen die produktive Funktion des Finanzsystems?

Nein, sie stellen sie im Gegenteil gerade sicher.”

Auch einige deutsche Unternehmer melden sich zu Wort und fordern eine Neustrukturierung des Finanzsektors und eine Regulierung der Banken. Die SPD berichtet und zitiert aus dem HANDELSBLATT