Sicherheit im Internet?

Antje Delater/pixelio.de

Antje Delater/pixelio.de

Der Sprecher der AG „Zukunft für Lemgo“, Rolf Eickmeier, konnte zum theoretisch-praktischen Themenabend Heiko Dross und Christian Woelk als fachkundige Computer- und Internetspezialisten begrüßen. Im Kastanienhaus ging es um das Thema „Digitale Selbstverteidigung“. Zunächst einmal wurden die Methoden der „Angreifer“ vorgestellt, die im kleinkriminellen Bereich jedem gefährlich werden können, die sich in der Wirtschaftskriminalität betätigen oder auch als Geheimdienstexperten mit Superrechnern  alles und jeden ausspähen können.

Es wurde gezeigt, wie Trojaner „gebaut“ und verschickt werden können, die die infizierten Rechner nahezu vollständig beherrschen können. Für die Anwesenden war es erstaunlich zu sehen, dass es offen zugängliche Programme zur Trojanerentwicklung gibt. Es ist legal, Trojaner zu bauen. Natürlich taucht bereits an dieser Stelle die Frage auf, ob es nicht zu einer Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen  kommen müsste. Denn die dadurch gesammelten fremden Daten sind immer ein „Geschäft“, egal ob es um ungewollte personalisierte Werbung geht oder um das Abräumen von Bankkonten. „Nichts ist unmöglich mit einem Trojaner“, fasste Christian Woelk zusammen.

Am praktischen Beispiel wurden dann Programme zur Entschlüsselung von Passwörtern gezeigt, wie zum Beispiel zum Eindringen in fremde W-Lan-Netze oder um Online-Geschäfte über fremde Konten zu machen. Je länger allerdings die selbst gewählten Passwörter sind und je unterschiedlicher die verwendeten Zeichen sind, desto länger dauert eine Entschlüsselung. Diese Erkenntnis kann jeder beherzigen. Er darf dann allerdings die komplizierteren Passwörter nicht auf seinem Rechner speichern.

Für Privat-PCs oder Handys komme es darauf an, die Zugangsmöglichkeiten zumindest zu erschweren. Dann könne man die Hoffnung haben, dass die Datendiebe aufgeben, weil sie auf anderen Rechnern schneller erfolgreich sind. „Man muss den Einbruch zumindest erschweren“, forderte Heiko Dross. Dazu dienen die immer zu aktualisierenden allgemeinen Virenschutzprogramme, aber auch frei zugängliche Verrschlüsselungsprogramme wie zum Beispiel „PGP“. Hilfreich kann auch ein Programm zur Abkapselung von Arbeitsbereichen auf der Festplatte sein, damit nicht sofort alle Inhalte bei einem Trojanerangriff erfasst werden können. Diese „Schutzmaßnahmen“ wurden auf vielen Laptops sofort vor Ort installiert.

Dennoch blieb die Erkenntnis, vollständiger Schutz vor Computerdieben und Ausspähung ist nahezu unmöglich. Man muss also die Vorteile des Internets immer mit dieser Risikoabschätzung und ihrer aktiven Verringerung nutzen. Rolf Eickmeier bat im Namen aller Anwesenden die Fachleute Heiko Dross und Christian Woelk in absehbarer Zeit zu einer Folge-Praxis-Veranstaltung zur Verfügung zu stehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s