Lemgo nach den Kommunalwahlen

Wahlabend im Rathaus

Wahlabend im Rathaus

Die SPD fühlt sich im Aufwind. Ja, das ist sie – zum Teil. Interessant ist jedoch die deutlich größere Zustimmung für die Kreis- und Europaebene als für die Lemgoer SPD. Schaut man sich die Wahlkreise  näher an, gab es offensichtlich einige überzeugende Kandidaten. An erster Stelle ist der erst 18-jährige JuSo-Vorsitzende Lasse Huxoll zu nennen. Er holte seinen Wahlkreis direkt und konnte gegenüber der letzten Wahl 11,31 Prozent hinzugewinnen. Sein „CDU-Gegenpart“ Tank konnte in Brake übrigens auch seinen Wahlkreis holen (auch mit mehr als 11 % Zugewinn). Auch andere Kandidaten konnten zulegen, z.B. Heike Busse oder auch Udo Golabeck in Lieme. Leichte  Zugewinne gab es auch für Kandidaten/Kandidatinnen der GRÜNEN, die FDP lag im Trend des Abschwungs der Partei. 

Ein Achtungserfolg sind die 7,42  Prozent von Christian Woelk im Wahlkreis Voßheide/Wiembeck/Wahmbeck und damit  der Sitz im Stadtrat für die PIRATEN. Auch die LINKE hat sich mit zwei Stadtratssitzen achtbar aus der Affäre gezogen. Für die „Bürger für Lemgo“ reicht wahrscheinlich der Name, um sich als gewünschtes Korrektiv im Rat bestätigt zu fühlen. Denn die Zustimmung kann sich eigentlich weder auf Leistungen in der zurückliegenden Wahlperiode beziehen noch auf überzeugende Zukunftsplanungen. Die GRÜNEN  stabilisieren sich bei 10,02 Prozent, haben immerhin etwas dazugewonnen. Dr. Burkhard Pohl gewinnt etwas deutlicher dazu – mit  3,90 Prozent auf  immerhin 13,21 % im Wahlkreis Spiegelberg.

Da es auch in Zukunft wahrscheinlich keine festen Koalitionen geben wird, stellt sich die Frage nach Initiativen und Mehrheiten über Parteigrenzen hinweg, möglichst zusammen mit einer der großen Fraktionen. Die SPD-Fraktion ist erkennbar verjüngt. Udo Golabeck bleibt Fraktionsvorsitzender. Bleibt damit alles beim Alten?

Jedenfalls sollte die SPD noch einmal genauer auf die Wahlergebnisse schauen. Es fällt auf, dass die Lemgoer Wählerinnen und Wähler einen dezenten Hinweis gegeben haben. Sie haben der SPD auf Kreisebene und auf Europaebene deutlich mehr Stimmen gegeben als der SPD vor Ort. Die Lemgoer SPD war in den vergangenen Jahren  häufig dadurch aufgefallen, dass sie in Lemgo zwar oft mit der CDU gemeinsame Sache machte, sich aber von sozialdemokratischen Positionen absetzte, z.B. bei der Naturpark-Frage oder dem Windenergieausbau.

Für den Lemgoer Rat errang die SPD 30,37 Prozent, für den Kreistag immerhin 34,54 % und in der Europawahl 35,13 %. Natürlich hängt das auch mit den unterschiedlichen Alternativen durch die anderen wählbaren Parteien zusammen, aber sicher auch mit der bisherigen Lemgoer SPD-Politik. Die interessante Frage: Wird die durch die Neuzusammensetzung der Fraktion reforminteressierter?

 

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