Aufpassen, wenn Ex-Pastor Gauck von Kriegseinsätzen fabuliert

Eigentlich müssten alle Alarmglocken schrillen, jedenfalls bei denen, die die (deutsche) Geschichte kennen. Bundespräsident Gauck möchte mehr Militäreinsätze der Bundeswehr, denn es brauche Gewalt gegen Verbrecher. Das besonders Gefährliche ist, dass diese Gleichsetzung von Militär und Polizei vielen einleuchtet. Wer denkt schon daran, dass Armeen die sogenannten Feinde und in Mehrzahl Zivilisten „ausschalten“, also töten, dass Lebensgrundlagen auf lange Zeit total zerstört werden, dass in der heutigen Zeit ein militärisches Eingreifen Bürgerkriege und weitere Verteilungfskämpfe provoziert. Genug der tödlichen Unterschiede! Gaucks Argumentation ist gefährlich und im übrigen auch grundgesetzwidrig. Vielleicht sollte er sich mit einem anderen Theologen, nämlich Papst Franziskus, diskutieren. Wir Älteren könnten uns Reinhard Meys Lied „Sei wachsam“ aus dem Jahre 1996 in Erinnerung rufen.

„Papst Franziskus findet klare Worte – wieder einmal“, schreiben die NachDenkSeiten und fahren fort: „Das globale Wirtschaftssystem führt zur “Barbarei”, es braucht den Krieg, und es stellt das Geld und nicht den Menschen in den Mittelpunkt. Papst Franziskus hat – nicht zum ersten Mal – das globale Wirtschaftssystem scharf kritisiert. Im November 2013 hatte er in einem Apostolischen Schreiben festgestellt: Diese Wirtschaft tötet, das Geld muss dienen und nicht regieren. Es war eine flammende Programmschrift, die sich nicht nur an und gegen die Kirche, sondern auch gegen die Entwicklungen in Politik und Wirtschaft richtete. Jetzt legt er nach. In einem Interview mit der spanischen Tageszeitung „La Vanguardia“ sagt er, “ich glaube, wir leben in einem ökonomischen System, das nicht gut ist”. (…)
Weiter führte der Papst aus, das derzeitige Wirtschaftssystem brauche ähnlich wie alle großen Reiche der Geschichte zum Überleben die Kriege. Da ein Weltkrieg unmöglich sei, führe man regionale Kriege. Durch die Produktion und die Herstellung von Waffen sanierten sich die großen Volkswirtschaften und opferten so Menschenleben zu Füßen des Götzen Geld.“ Hier der Bericht im TAGESSPIEGEL:

Lesens- und nachdenkenswert ist  in diesem Zusammenhang ein Vortrag, den Dr. Peter Gauweiler aus der CSU, MdB, Staatsminister a.D., an der Helmut Schmidt Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg gehalten hat unter dem Thema  „Souveränität, Bündnisloyalität und mehr Verantwortung in der Welt‘: Sinnhaftigkeit und Grenzen von Bundeswehreinsätzen im Ausland“.

Er sagt u.a.: „Diejenigen Auffassungen im völkerrechtlichen Schrifttum, die die humanitäre als dritte Ausnahme vom Gewaltverbot ansehen, halte ich für die Wegbereiter der Kriege der Zukunft …“ Und er argumentiert: „Weder der Präambel noch dem Bekenntnis zu den Menschrechten in Art. 1 Abs. 2 GG kann ein weltweiter militärischer „Verteidigungsauftrag“ Deutschlands entnommen werden durch den die Bundeswehr global zur Durchsetzung politischer definierter Rechte eingesetzt werden könnte. Das ist das Gegenteil des Verfassungsbefehls, dass die Wertorientierung der Bundesrepublik Deutschland in Europa und in der Welt durch Friedlichkeit bei der Konfliktlösung bestimmt sein soll.“ Die gesamte Rede hier.

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