Jugendparlament in Lemgo – warum nicht?

In 80 nordrhein-westfälischen Kommunen gibt es Kinder- oder Jugendparlamente. Warum nicht auch in Lemgo? Die Gründe für Kinder- und Jugendbeteiligung an öffentlichen Planungs- und  Entscheidungsprozessen gelten in Lemgo genauso wie anderswo. Es könnte auf die UN-Kinderrechtskonvention hingewiesen werden, der die Bundesrepublik beigetreten ist. Jedenfalls kann – gestützt auf viele Beispiele praktischer Erfahrung – davon ausgegangen werden, dass Kinder und Jugendliche in öffentlichen Angelegenheiten wichtige Aspekte diskutieren und fundierte Ideen einbringen können. Durch ihre Teilhabe in der Kommune erlernen Kinder und Jugendliche die Demokratie – unverzichtbar zur Stärkung unseres demokratischen Staates. Und sie entwickeln eine besondere Bindung an ihre Stadt – ein nicht zu unterschätzender Vorteil in Zeiten demografischen Wandels. Also Gründe für  städtische Möglichkeiten zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen gibt es genug.

In Lemgo wird schon seit langem – auch im Jugendhilfeausschuss – über die Einführung eines Jugendparlaments diskutiert. Schließlich wurde im „Kinder- und Jugendförderplan 2014 – 2020“ festgelegt, als Ziel die Ausweitung der Partizipation in allen Bereichen anzustreben. Nun soll ein neuer Anlauf unternommen werden.

Es wird nun ein Antrag eingebracht, der die Bildung eines Jugendparlamentes ermöglichen soll. Damit auch tatsächlich konkrete Schritte unternommen werden können, soll auf  die praktischen Erfahrungen eines seit 12 Jahren funktionierenden Jugendparlaments zurückgegriffen werden. „Denn man muss nicht alles neu erfinden“, erklärt Christian Woelk von der GfL-Ratsfraktion. „Das System  der Einbindung von Schulen, die Wahlordnung und die organisatorische Unterstützung der Verwaltung haben sich dort bewährt.“

Die AG „Zukunft für Lemgo“ hat bereits in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass über funktionierende Jugendparlamente, z.B. über das Gütersloher, diskutiert werden konnte. Es kann inzwischen auch zurückgegriffen werden auf empirische wissenschaftliche Untersuchungen und darauf aufbauend auf eine Fülle von Erkenntnissen und Empfehlungen. Die Zusammenfassung einer breit angelegten Studie liefert die  Bertelsmann-Stiftung. Auch das nordrhein-westfälische Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport liefert wichtige Hinweise.

Eine Art Standardwerk wird vom Deutschen Kinderhilfswerk herausgegeben:  Qualitätsstandards für Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, Allgemeine Qualitätsstandards und Empfehlungen für die Praxisfelder Kindertageseinrichtungen, Schule, Kommune,  Kinder- und Jugendarbeit und Erzieherische Hilfen.

Die Homepage des deutschen Kinderhilfswerks ist übrigens generell zu empfehlen.

Zum konkreten Beispiel des Jugendparlaments in Hilden:

  1. Einführungsvideo der Landeszentrale für politische Bildung
  2. Wahlordnung des Jugendparlaments Hilden
  3. Satzung des Jugendparlaments
  4. Kinderparlament Hilden
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s