Gewalt – Angst – Perspektive ?

Natürlich ist in Frankreich und an vielen anderen Orten – auch in den PEGIDA-Gegendemonstrationen – ein starkes Signal für Menschen- und Bürgerrechte gesetzt worden – das macht Hoffnung, dass ein klein wenig dieses solidarischen Grundgefühls auch in den Alltag zu retten ist. Aber an dieser Stelle etwas zu den Terroranschlägen in Paris oder anderswo und den Reaktionen darauf zu schrieben, hieße dann wohl auch, zur krassen und oft gewaltsamen Unterdrückung vieler Menschen in der Welt etwas zu sagen und zu fragen, welche Verantwortung auch unsere Politik und unsere Gesellschaft dabei haben. Nur zu gern wird das ausgelassen, wie zum Beispiel in der Rede von Bundespräsident Gauck anlässlich der Mahnwache am Brandenburger Tor. In welche Richtung die Gedanken gehen könnten, hat der damalige Bundespräsident Johannes Rau in einer Rede nach 9/11 im Jahre 2001 angesprochen.

Wer den Terrorismus wirklich besiegen will, der muss durch politisches Handeln dafür sorgen, dass den Propheten der Gewalt der Boden entzogen wird. Armut und Ausbeutung, Elend und Rechtlosigkeit lassen Menschen verzweifeln. Die Missachtung religiöser Gefühle und kultureller Traditionen nimmt Menschen Hoffnung und Würde. Das verführt manche zu Gewalt und Terror. Das sät den Hass schon in die Herzen von Kindern. Alle Menschen haben das Recht auf Anerkennung und auf Würde.Wer in seinem Leben Anerkennung erfährt und wer sein Leben liebt, der wird es nicht wegwerfen wollen.Wer in Würde und Zuversicht lebt, aus dem wird kaum ein Selbstmordattentäter werden. Entschlossenes Handeln ist das Gebot der Stunde. Weil wir das wissen und zeigen, weil wir daran keinen Zweifel lassen, darum sagen wir auch: Der beste Schutz gegen Terror, Gewalt und Krieg ist eine gerechte internationale Ordnung. Die Frucht der Gerechtigkeit wird der Friede sein.“ (zitiert nach den NachDenkSeiten vom 14.01.2015)

Seit 2001 ist die internationale Ordnung bestimmt nicht gerechter geworden – das macht eher hoffnungslos. Dennoch – Sisyphos ist das Vorbild – bemühen sich viele, vor allem Aktive in Nicht-Regierungsorganisationen, immer wieder und immer weiter darum. Es gibt keine Alternative.

Zur Diskussion: Eine Rede Oskar Lafontaines auf der XX. Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10.01.2015.

 

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