Griechenland-Mobbing und Syriza-Fehler?

Empörung über das knallharte Mobbing der von Schäuble (und Merkel) dirigierten europäischen Finanzminister ist ebenso verständlich wie über die peinlich einseitige und entpolitisierende Berichterstattung in den großen Medien  – von der nationalistisch diffamierenden Kampagne der BILD-Zeitung gegen „die faulen Griechen“ ganz zu schweigen. Empörung also ist verständlich, nachdenkliche Analyse jedoch unbedingt notwendig – eine Abkehr vom Schwarz-Weiß-Denken wünschenswert.  Nur dann könnte es vielleicht auch eine öffentlich wahrnehmbare Stimme von Kritikern der neoliberalen Politik in Europa geben. Der Wiener Journalist und Sachbuchautor Robert Misik liefert dafür eine sehr gute Grundlage.

Lassen sich daraus politische Argumentationsketten entwickeln, die Gemeinsamkeiten bei ökonomisch interessierten Menschen herausarbeiten, ohne sie von parteipolitischen Fesseln abhängig zu machen? Denn – mindestens das müsste klar sein – die neoliberale Ideologie und Strategie ist nicht alternativlos, sie löst grundlegende Probleme nicht, sondern verschärft sie und ist eine riskante Politik im Interesse weniger – überall auf der Welt.

Natürlich tritt mit der Syriza-Regierung in Griechenland zum ersten Mal ganz konkret eine Politik-Alternative auf. Nach dem Motto „Wehret den Anfängen“ wird sie behindert und an die Wand gedrückt, in der Hoffnung auf ihr Scheitern, bevor sie überhaupt erste Politikschritte verwirklichen kann. Schäuble, Merkel und ihre Nachplapperer behaupten, nur so Europa zusammenhalten zu können. Da damit das Modell eines neoliberalen Europas auf die Tagesordnung gesetzt wird, müssten auch die Kritiker den Aufbau einer „internationalen Solidaritätsbewegung“ stärker in den Blick nehmen. Ideen und Aktionen sind gefragt.

Hier zunächst einmal der anregende und diskussionswürdige Text von Robert Misik unter der Überschrift „Der Würgeengel“.

Übrigens, auch unter diesem Text findet sich ein Kommentarfeld!

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