Varoufakis zurückgetreten

Varoufakis zurückgetreten – von wem, müsste man eigentlich fragen. Da hat sich jemand erdreistet, dem europäischen Polit-Zirkus einen Spiegel vorzuhalten, systemkritische Fragen zu stellen, unverblümt notwendige Fakten zu analysieren sowie erfolg- und verantwortungslose Politik zu demaskieren. Das konnten sich die Systemplayer in den Chefetagen der europäischen Politik nicht gefallen lassen – egal, wie borniert ihr Verhalten dabei auch werden würde. Da mussten sie „zurücktreten“.

Dass bei diesen Manövern zuletzt auch die Wahrheit immer mehr auf der Strecke blieb, ist nicht weiter verwunderlich. Gegenüber den ansonsten üblichen Methoden, die Interessen bzw. Wahrheiten zu vernebeln, mussten Gabriel, Merkel und Schulz und ihre Freunde in den letzten Tagen tatsächlich schon recht plump Tatsachen verdrehen und verfälschen.

Hier eine kleine exemplarische Auswahl:

 

10:29 Uhr: Die Rücktrittserklärung von Gianis Varoufakis:

Kein Minister mehr! Die Volksabstimmung vom 5. Juli wird als einzigartiger Moment in die Geschichte eingehen, als eine kleine europäische Nation sich gegen die Schulden-Knechtschaft erhoben hat.

Wie alle Kämpfe für demokratische Rechte hängt auch an dieser historischen Ablehnung des Ultimatums der Eurogruppe vom 25. Juni ein großes Preisschild. Es ist daher wichtig, dass unsere Regierung das großartige Vertrauen, welches das Nein bedeutet, unverzüglich in ein Ja zu einer angemessenen Lösung ummünzt – zu einer Vereinbarung, die eine Restrukturierung der griechischen Schulden beinhaltet, weniger Einsparungen, Umverteilungen zugunsten der Bedürftigen und echte Reformen.

Bald nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des Referendums bin ich auf eine gewisse Präferenz einiger Eurogruppen-Teilnehmer und verschiedener Partner für meine Abwesenheit von den Meetings hingewiesen worden. Eine Idee, die der Ministerpräsident als möglicherweise hilfreich auf dem Weg zu einer Einigung bewertete. Aus diesem Grund verlasse ich das Finanzministerium heute.

Ich halte es für meine Pflicht, Alexis Tsipras zu helfen, das Vertrauen, dass das griechische Volk uns durch das gestrige Referendum gewährt hat, auszuschöpfen. Ich werde die Abscheu der Kreditgeber mit Würde tragen.

Wir von der Linken verstehen etwas davon, kollektiv zu handeln, ohne sich um Amtsprivilegien zu kümmern. Ich werde Ministerpräsident Tsipras, den neuen Finanzminister und unsere Regierung voll unterstützen.

Die übermenschliche Anstrengung, um den mutigen Menschen in Griechenland zu helfen, und das berühmte Ochi (Nein), das sie Demokraten in aller Welt beschert haben, steht erst am Anfang.“

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