Störsender – TV

Alles Wichtige zur Einführung und Einstimmung kann man in “derFreitag” nachlesen unter der Überschrift “Zuschauen war gestern. Heute gibt’s Störsehen. Mach mit!” Es heißt dort weiter: “ Hildebrandt ist mit seinen 85 Jahren wach, zornig, unternehmungslustig und mutig geblieben. Der Altmeister will es wieder einmal wissen. Er befand: Ein Störsender sei nötig in diesem Land. Der Kanal wird stoersender.tv heißen und im Internet zu sehen sein.

Der Sender soll eine Spielwiese für Störenfriede bieten, die sich nicht abfinden wollen mit den gesellschaftlichen Verhältnissen wie sie sind. Der Störsender hat vor, nächstes Jahr zwanzig Mal ein TV-Magazin zu produzieren. Dieter Hildebrandt soll darin regelmäßig auftreten. Wie die Macher um Stefan Hanitzsch, der Sohn des ebenfalls mitwirken werdenden Münchner Karikaturisten Dieter Hanitzsch, auf der Website mitteilen, nimmt der Störsender Extremisten aufs Korn und Politiker auf den Arm. “Gestört wird durch diese Kampagnenplattform jeder, der sich dafür aufdrängt. Und zwar von Allen.” Das Motto lautet: “Zuschauen war gestern. Heute gibt’s Störsehen. Mach mit!”

Hier noch einmal die Adresse: http://www.startnext.de/stoersender

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Radiohören kann Spaß machen

Wir werden deshalb in unserer Rubrik “Radiohören” (rechts in der Auswahlleiste) regelmäßig Radio-Podcasts anbieten, die es sich zu hören lohnt.

Unsere erste Empfehlung hat den Titel “Geld regiert die Welt”. Der Schriftsteller Ingo Schulze betrachtet in der ersten Folge die heutigen Formen der globalen Finanzwelt mit der unfassbaren Umverteilung von Macht und Reichtum “von unten nach oben”. Er ist erstaunt, dass die Menschen und ihre Politik so etwas mit sich machen lassen. Am Beispiel des Märchens “Des Kaisers neue Kleider” verdeutlicht er, dass ein Kind sehen kann, dass der Kaiser in Wirklichkeit nackt ist.

Die Folgen des Versagens der Märkte und ihrer Politiker wird auch von den Medien so vernebelt, dass möglichst niemand die Zusammenhänge hinterfragt und durchschaut.

Angela Merkel will eine “marktkonforme Demokratie”, also die Abschaffung von Beteiligung und Mitbestimmung der Vielen. Ingo Schulze dagegen sagt: Das dürfen wir nicht hinnehmen. Wir müssen für demokratiekonforme Märkte kämpfen, denn sie kommen nicht von alleine.

In einer zweiten Sendung diskutieren Gesine Schwan und Edgar Most mit Ingo Schulze über Möglichkeiten der gesellschaftlich notwendigen Veränderungen.

Bitte weitererzählen!

Das sind Geschichten des Gelingens. Nicht nur schimpfen, resignieren oder blind konsumieren, ist das Motto vieler Menschen, sondern selbst und mit anderen zusammen etwas besser machen. Die Zukunft selbst gestalten.

Vieles geht, wenn man will. Energie, Mut und Durchhaltewille ist hilfreich. Auf diese Weise lernt man übrigens auch viele interessante andere Ideen und Leute kennen.
Also, sehen sie sich die Beschreibungen solcher Beispiele an und erzählen sie eine Geschichte weiter.

Erinnerung an Reichspogromnacht in Lemgo

Jedes Jahr am 9.November findet in Lemgo eine Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht von 1938 statt. Mehr als 1400 Synagogen gingen in dieser Nacht in Flammen auf, jüdisches Eigentum wurde zerstört, Menschen jüdischen Glaubens durch brutale Gewalt verletzt und gequält. Der staatliche Terror gegen diese Menschen begann und endete mit der Massenvernichtung von 6 Millionen Juden. Viele Deutsche waren als Beamte, Polizisten oder Soldaten am reibungslosen Ablauf dieser Maßnahmen beteiligt. Nicht wenige wurden zu Mördern.

Auch in Lemgo wurden Polizei und Feuerwehr angewiesen, nicht einzugreifen, wenn die Synagoge zerstört werden würde. Und der Terror begann auch hier. Mit dieser Geschichte befassen sich jedes Jahr Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen. Auch in diesem Jahr machten die Beiträge der Realschule, von EKG und MWG, des Beruskollegs von Eben-Ezer und natürlich der Karla-Raveh-Gesamtschule nachdenklich und betroffen.

Die Gedenkveranstaltung begann im Frenkelhaus, in einem Schweigemarsch ging es durch die Mittelstraße zur Synagogengedenkstätte in der Neuen Straße. Bürgermeister Dr. Austermann betonte die Notwendigkeit der Erinnerung. Ohne ein solches Geschichtsbewusstsein könne der demokratische Rechtsstaat nicht gesichert werden. Die Wurzeln des Grundgesetzes lägen in der Revolution von 1848 und nicht in der deutschen Diktatur, die Wurzeln der Bundeswehr in den Widerstandskämpfern und nicht in der Wehrmacht. Pastorin Maren Krüger stellte das Gebot der Nächstenliebe – jedem Menschen gegenüber – in den Mittelpunkt ihrer Gedenkpredigt.

Serhat Dogan

Die Satire darf alles. Sie darf die Vorurteile von Deutschen über Türken zuspitzen Sie darf die Vorurteile von Türken über Deutsche vorführen und sie darf das alles miteinander kombinieren. Wer darf das? Serhat Dogan – ein seit sieben Jahren in Deutschland lebender Türke, der jetzt zum Schrecken seines Vaters Deutscher geworden ist. Wo darf er das? In Lemgo auf dem Marktplatz im Rahmen des Sommertreffs.

Was geschieht mit dem Lemgoer Publikum, das in großer Zahl trotz des Regensommerwetters auf den Marktplatz gekommen ist? Es kann immer wieder befreit auflachen. Vor dem Lachen hat man die krassen deutschen Vorurteile gegenüber Türken wiedererkannt (natürlich nicht die eigenen?), etwas erstaunt überlegt, ob an den Vorurteilen der Türken gegenüber den Deutschen etwas dran sein könnte ? – Gut, dass man darüber lachen kann.

Ach, und noch eins: Manche Türken sind doch tatsächlich genauso verbohrt wie manche Deutsche. Also, wir haben uns wirklich nichts vorzuwerfen. Und kleine Macken hat jeder – Türke oder Deutscher oder Deutschtürke oder Türkischdeutscher oder … Das war Serhat Dogans Beitrag zu wahrer Völkerverständigung – in Lemgo auf dem Marktplatz am Dienstag, den 26. Juli 2011.

Weitere Stolpersteine in Lemgo

Der Künstler Gunter Demnig verlegte nach 2009 am Samstag, 27.11.2010 19 weitere “Stolpersteine” in Lemgo, die an Lemgoer BürgerInnen jüdischen Glaubens erinnern – unter anderem an der Engelbert-Kämpfer- und oberen Mittelstraße (Wulffenhof) und in der Paulinenstraße. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch eine Ansprache von Geschäftsbereichsleiterin Annette Paschke-Lehmann und Schülerinnen und Schüler des EKG. Die Steine waren von Schulen, Kirchen und BürgerInnen gespendet worden.

HANSA-Kino am Montag: Film einer Lemgoerin

In der “Montagskino”-Reihe wird im HANSA-Kino am Montag, den 15.11.2010 um 20.30 Uhr der Film “12 Monate Deutschland” gezeigt. Kwasi Gyabaa aus Ghana, ConstanzaGorena aus Chile, Eduardo Matheus aus Venezuela und Nairika Murphy aus den USA sind ein Jahr in Deutschland und ermöglichen uns einen Blick von außen auf Deutschland.

Kathrin Lemme von der Hochschule OWL hat den Film produziert. Sie wird Montagabend im HANSA-Kino anwesend sein und zu Gesprächen zur Verfügung stehen.

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