Landeszeitung nicht immer seriös

Chefredakteuer Carsten Heil (NEUE WESTFÄLISCHE) war am 23. Mai Gesprächspartner in einer öffentlichen Veranstaltung in Lemgo und hat ernsthaft versichert, dass seine Zeitung seriös recherchiere und sich nicht von Anzeigenkunden unter Druck setzen lasse und auch unbequeme Informationen veröffentliche. Klingt gut. Deshalb haben wir das einmal in der LIPPISCHEN LANDESZEITUNG überprüft. Die LZ erhält die überregionalen Seiten von der NEUEN WESTFÄLISCHEN.

Die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold hat vor kurzem 391 Unternehmen mit der Frage nach dem Atomausstieg befragt. 71 Prozent der Unternehmen sprachen sich für den Ausstieg zum Jahre 2022 oder früher aus.60 prozent erklären sich sogar bereit,vorübergehend einen höheren Strompreis zu zahlen und erwarten natürlich eine reibungslose “Energiewende” mit den notwendigen Leitungskapazitäten.

Was schreibt die LIPPISCHE LANDESZEITUNG am 18.06.2011 in ihrer Überschrift? “Mehrheit der Unternehmen ist für Atomausstieg 2036.”

Keine Zeit zur Recherche gehabt, liebe Redakteure? Zum Nachlesen deshalb hier der Link zu den Ergebnisübersichten der Industrie- und Handelskammer. – vor allem die Grafiken auf den Seiten 6 bis 8.

Gerade gelesen: Auch die LIPPISCHE WOCHENSCHAU vom 23.06.2011 macht das o.g. Fälscherspiel mit.

Atomausstieg so schnell wie möglich

Auch wenn der Atomausstieg sogar von der schwarz-gelben Regierung akzeptiert werden muss, gilt es wachsam auf Hintertüren und Verzögerungstaktiken zu achten. Vor allem muss alles getan werden, um den Ausstieg bereits vor 2022 möglich zu machen. Und er ist früher möglich. Das sagen sogar die regierungsoffiziellen Fachleute.

Campact hat deshalb eine Unterschriftenaktion gestartet, die dieser Forderung noch einmal Nachdruck verleihen soll. Fachleute von Greenpeace und anderen Umweltverbänden wie “ausgestrahlt” machen deutlich, welche Möglichkeiten die Atomlobby nach wie vor besitzt. Und mal ehrlich: Glaubt wirklich jemand, dass die Großkapital-Abhängigen in CDU/CSU und FDP ihre Klientel verprellen wollen?

YELLOW CAKE im Hansa-Kino

Der Ausstieg aus der Atomtechnologie muss so schnell wie möglich erfolgen. Aber der Atomausstieg hat auch eine internationale Dimension – zum Beispiel den Uranabbau in den Ländern des Südens für die AKWs weltweit. Und gerade auch Deutschland hat eine noch kaum bekannte Geschichte des Uranerzbergbaus.

Der Film YELLOW CAKE – Die Lüge von der sauberen Energie – (D, 2010, Regie: Joachim Tschirner) dokumentiert die Geschichte und Gegenwart des Uranabbaus. Derzeit wird der Film weltweit auf Festivals gezeigt.
Der grüne Ortsverband zeigt den Film am Mittwoch, 15.6., um 20 Uhr im HANSA-KINO Lemgo. Wir laden herzlich dazu ein.

Der Film:
Der Anfang der nuklearen Kette ähnelt einer Terra incognita. Über dem Uranerzbergbau liegt seit fünfundsechzig Jahren ein Geflecht aus Geheimhaltung und Desinformation. Weltweit und bis heute. Selbst in den jüngsten Debatten über die Atomkraft spielen die verheerenden Folgen des Uranerzbergbaus keine Rolle.
Deutschland, einst drittgrößter Uranproduzent der Welt, hätte allen Grund zur Sensibilität. Doch die Regierung beschließt, die Laufzeit der Atomkraftwerke zu verlängern.
In einer Zeit der neuen nuklearen Euphorie nimmt der Film den Zuschauer mit auf eine Reise, die von den ehemaligen ostdeutschen Uranprovinzen Thüringen und Sachsen zu den großen Uranminen der Welt in Namibia, Australien und Kanada führt.

Trailer

Weitere Informationen:

SPD für Atomausstieg

<img style=”align:left;display:absolute;” src=”http://gymnasium-blomberg.de/wiki/uploads/Archivtexte/StartSeite/atom1.jpg”alt=”Plakat”>Schon jetzt gibt es Auftaktaktionen zur KettenreAktion für den Atomausstieg. Zwei Wochen vor der 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel setzen viele Bürgerinnen und Bürger bereits ein sichtbares Zeichen – in Berlin und an über 50 anderen Orten bundesweit.

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