Fukushima-Mahnwache in Lemgo

Fukushima-Mahnwache 2014 in Lemgo

Fukushima-Mahnwache 2014 in Lemgo

Nur wenige kamen zur Fukushima-Mahnwache auf den Marktpatz in Lemgo. Auch wenn die Katastrophe erst vor drei Jahren passierte und die Folgen der Atom-Haverie unabsehbar sind, sind andere Themen in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Dr. Burkhard Pohl berief sich in seinen erinnernden und mahnenden Worten auf Hubert Weiger, den Bundesvorsitzenden des BUND, der in seinem Gastbeitrag in der FRANKFURTER RUNDSCHAU den Zusammenhang zur begonnenen und weiter fortzusetzenden Energiewende herstellt. Das ist ein höchst aktuelles politisches Thema, da zurzeit die Bedingungen für die Energiewende von der Großen Koalition verändert werden. Weiterlesen

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Wissenswertes zum Atomkraftwerk Grohnde

Am Ostermontag findet die große Demonstration in Emmerthal gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke statt. Dabei ist es sicher nicht uninteressant, Genaueres über das AKW in Grohnde zu erfahren.

Es handelt sich in Grohnde um einen Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 1430 Megawatt. 1976 wurde mit dem Bau begonnen, 1984 wurde das AKW fertiggestellt. Die Dicke der Stahlbetonhülle beträgt 180 cm und ist damit nicht gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeuges gesichert. Die Konstruktion ist stark veraltet, auch der Schutz gegen Terrorangriffe ist völlig unzureichend.

Es gab eine große Zahl meldepflichtiger Störfälle – zum Beispiel 2010 ein Leck in einer Anlage zur Wasseraufbereitung mit begrenzter radioaktiver Kontamination. 2005 gab es zwei Schnellabschaltungen wegen verschiedener Störungen in einer Woche. 1985 war das Notkühlsystem nicht einsatzfähig, weil eine der vier Pumpen Gas statt Wasser enthielt. Ein Leck im Kühlkreislauf kann zur Kernschmelze führen.

Nach dem rot-grünen Atomkompromiss sollte Grohnde 2018 abgeschaltet werden, nach der schwarz-gelben Verlängerung erst im Jahre 2033.

Eigentümer sind EON und die Stadtwerke Bielefeld.

Quelle: Greenpeace

Lemgo: Ausstieg aus der Kernenergie gefordert

Die aktuelle Debatte um die Atomkraft nimmt auch die Kommunen und jeden Einzelnen in die Verantwortung. Mit einem Eilantrag an den Haupt- und Finanzausschuss fordert die GRÜNEN-Ratsfraktion die Stadtwerke auf, ein Konzept für den Ausstieg aus der Atomenergie vorzulegen. Ein Ersatz durch Kohlestrom soll dabei wegen der klimaschädlichen Bilanz der Kohlekraftwerke möglichst vermieden werden.

Die Stadtwerke Lemgo vermarkten in der Gesamtbilanz noch einen Anteil von 6-7% Strom aus Atomkraft. Daher sollte ein zeitnaher Ausstieg machbar sein.

Dieser Antrag steht im Einklang mit dem selbstgesteckten Leitziel der Lemgoer Politik, den Weg der klimaschonenden und effizienten Energieerzeugung konsequent weiterzugehen.

EU erhöht Grenzwerte für Nahrungsmittel aus Japan

Die EU-Kommission hat mal eben die Grenzwerte für Radioaktivität bei Nahrungsmitteln aus Japan deutlich heraufgesetzt. Clever: Auf diese Art und Weise bleiben die Nahrungsmittel aus Japan offiziell ungefährlich.

“Mit der Eilverordnung 297/2011, in Kraft getreten am 27. März 2011, hat die Europäische Kommission diese Grenzen für Produkte aus den betroffenen japanischen Regionen deutlich heraufgesetzt: auf 400 Becquerel/Kilogramm für Säuglingsnahrung, auf 1000 Becquerel/Kilogramm für Milchprodukte und auf 1250 Becquerel/Kilogramm für andere Nahrungsmittel. Bestimmte Produkte wie Fischöl oder Gewürze dürfen diesen Wert sogar um das Zehnfache übersteigen, also bis zu 12.500 Becquerel/Kilogramm belastet sein – ein 20-faches des bisherigen Limits.”

Die neuen Strahlengrenzwerte der EU liegen teilweise noch über den ebenfalls in Windeseile heraufgesetzten Grenzwerten in Japan.

Dies teilt die deutsche Umweltstiftung mit.

Kernkraft: Wer die Wahrheit weiß …

Die schreckliche Wahrheit ist nicht mehr zu leugnen: In Fukushima ist in mindestens einem Reaktor die Kernschmelze im Gang – mit unermesslich schrecklichen Folgen. Ähnlich gebaute AKWs haben wir auch in Deutschland. Stromausfall ist auch in Deutschland bei Unfällen und einer Verkettung unglücklicher Umstände möglich.

Wer das leugnet, ist ein Verbrecher. In seiner Gedenk- und Protestrede während der Mahnwache auf dem Marktplatz in Lemgo erinnerte Willi Hennebrüder (BUND) an die Aussage Bertolt Brechts: “Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!” Das gilt – jeder kann es wissen – für die Leugner-Lobby für Atomkraft.

Wieder waren ungefähr 200 Menschen zusammengekommen, um der Opfer in Japan zu gedenken und an die schrecklichen Auswirkungen der Atomkatastrophe zu erinnern. Auch Jürgen Berghahn (SPD), NRW-Landtagsabgeordneter, forderte in seiner Rede die sofortige Abschaltung der älteren Karnkraftwerke.

Am kommenden Montag findet wieder eine Mahnwache um 18.00 Uhr auf dem Marktplatz statt.

Immer mehr TeilnehmerInnen bei Lemgoer Mahnwache

Mehr als 250 Lemgoer Bürgerinnen und Bürger – doppelt soviel wie am Montag zuvor – trafen sich am Montag um 18.00 Uhr auf dem Marktplatz zu einer Mahnwache. Es wurde der vielen Opfer in Japan gedacht und die unverantwortbaren Risiken der Atomkraftwerke herausgestellt.

Der Vorsitzende der Engelbert-Kaempfer-Gesellschaft, Dr.Gerhard Kuebart, erinnerte an das völkerverbindende Vermächtnis Engelbert Kaempfers, in dessen Tradition viele Freundschaften zwischen Deutschland und Japan entstanden seien. Gerade jetzt, in der Not, komme es darauf an, Hilfe zu leisten. Unter dem Motto „Sichere Freunde erkennt man in unsicheren Lagen“ rufen die deutsch-japanischen Gersellschaften zu Spenden auf.

Dr. Burkhard Pohl lud im Namen der Initiatoren zu weiteren Protesten und Demonstrationen gegen die Atomwirtschaft in Deutschland und Europa ein. Am Samstag, dem 26. März, findet eine große Demonstration Köln statt. Anmeldungen für die Busse dorthin werden über den Ortsverband von Bündnis 90/die Grünen organisiert.

Am kommenden Montag wird auf dem Marktplatz wieder eine Mahnwache stattfinden.

Die Lemgoer Initiative “5 vor 12” startet am Samstag um 12.00 Uhr vom Ostertor zu einem Anti-Atomspaziergang durch die Mittelstraße.

Gehen Sie mit!

Nur ein Atomkraftwerk vorübergehend stillgelegt

In einem Gespräch in der Zeitung “Die Junge Welt” erläutert Felix Ruwe, was es mit der Abschaltung der sieben älteren Atomkraftwerke in Deutschland auf sich hat. Felix Ruwe ist Sprecher der Bürgerinitiative »Kein Atommüll in Ahaus e.V.«. “Tatsächlich ist nämlich mit Isar 1 nur ein einziges Kraftwerk vom Netz gegangen. Ein weiteres wurde vorzeitig in Revision geschickt – das war’s auch schon.

Die AKW Krümmel und Brunsbüttel sind sowieso seit längerem außer Betrieb. Biblis A wäre planmäßig im Juni für acht Monate vom Netz gegangen, das geschieht jetzt drei Monate eher. Biblis B und Philippsburg 1 stehen seit dem 28. bzw. seit dem 19. Februar still. Neckarwestheim 1 war bis vor wenigen Tagen ebenfalls monatelang in Revision, ist also vor dem Stopp höchstens kurz angefahren worden.

Das Unverschämteste ist jetzt aber, daß die Energiekonzerne androhen, aufgrund von Merkels Entscheidung die Strompreise zu erhöhen. Die sieben AKW sind, wie man unschwer erkennen kann, ohnehin überflüssig – auch ohne sie haben wir in Deutschland immer noch eine Überproduktion von Strom in der Größenordnung von zwei Terawattstunden. Die Strompreise müßten also eher sinken, wenn diese sieben Kraftwerke nicht mehr gewartet werden müssen. Das, was sich die Betreiber da leisten, ist eine Dreistigkeit sondergleichen.”

Dem ist nichts hinzuzufügen.