Bildungsatlas: Lippe Schlusslicht in Deutschland

Der Kreis Lippe liegt nach den Ergebnissen einer Studie der Bertelsmann-Stiftung auf dem letzten Platz in Deutschland, Bei schulischem Lernen auf Rang 143, bei beruflichem Lernen auf Platz 144, bei sozialem Lernen auf Platz 111 und bei persönlichem Lernen immerhin auf Platz 108. Das ist krass.

Natürlich versucht die Kreisverwaltung die Ergebnisse in Zweifel zu ziehen, auch wenn alle vergleichbaren Regionen mit den gleichen Kriterien und Methoden analysiert worden sind. Eine Gelegenheit bietet die öffentliche Kreisausschusssitzung am kommenden Montag, den 19.12.2011 um 16.00 Uhr im Kreishaus in Detmold. Die Experten der Bertelsmann-Stiftung stehen dann Rede und Antwort. Darauf kann man gespannt sein.

Hier die Ergebnisse der Studie.

SPD: Mehr in Bildung investieren

Als vor kurzem in einer OECD-Studie deutlich wurde, dass Deutschland nach wie vor vergleichsweise wenig für den Bildungssektor ausgibt, mögen manche angesichts der Großzügigkeit bei der Rettung von den großen Zocker-Banken nachdenklich geworden sein. Deshalb ist es schon wichtig, dass konkrete Vorschläge vorgelegt werden zur Erhöhung der Bildungsinvestitionen und dann natürlich zur Verbesserung der pädagogischen Ausrichtung von Schulen und Hochschulen. Die SPD macht das in einem Leitantrag zu ihrem im Dezember stattfindenden Parteitag.

Die SPD will die Unterfinanzierung im Bildungssystem beenden – und sie sagt auch, woher das Geld kommen soll. Nach dem Willen der SPD soll der Bund ab 2013 Ländern und Kommunen von seinem Steueraufkommen 10 Milliarden Euro mehr für Bildungsausgaben zur Verfügung stellen. Mit weiteren 10 Milliarden Euro durch die Wiedereinführung der Vermögenssteuer sollen die Länder in die Lage versetzt werden, ihren Beitrag zur Bildungsfinanzierung zu leisten.

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Bildungssoli auch für die Hochschulen?

Im Zentrum rot-grüner Politik in NRW müssen breit angelegte Hochschulförderung und die Möglichkeiten lebenslangen Lernens stehen. Studiengebühren werden abgeschafft, damit der Zugang zum Studium für alle Schichten erleichtert wird. Die Knebelung durch eine missratene “Bologna-Reform” soll aufgebrochen werden. Blindes Pauken einer zu großen Stofffülle soll zurückgedrängt werden, die Studierenden sollen wieder stärker Praktika und Auslandsaufenthalte in ihr Studium einbringen können.

Auch inhaltliche Akzente sollen gesetzt werden, wenn Forschung und Lehre zur nachhaltigen und ökologischen Entwicklung der Gesellschaft besonders gefördert werden oder wenn mehr Medizin-Studienplätze geschaffen werden, um dem Ärztemangel besonders in löndlichen Regionen entgegenzuwirken. So soll zum Beispiel geprüft werden, ob in Bielefeld eine medizinische Fakultüt errichtet werden kann.

Die Möglichkeiten lebenslangen Lernens – auch für Senioren – sollen weiter verbessert werden. Den Volkshochschulen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie sollen in den Kommunen eine verlässliche Finanzierung erfahren.

Bei allen guten Zielsetzungen werden in den kommenden Jahren enorme Schwierigkeiten an den Hochschulen dadurch entstehen, dass die Doppel-Abiturjahrgänge in die Fachhochschulen und Universitäten drängen.

Eins ist jedoch klar: Bildung kostet Geld – viel Geld. Verbesserte Bildung und chancenreicher Zugang zu guter Bildung kosten noch mehr Geld. Von gut ausgebildeten Menschen profitieren alle. Deshalb müssen alle zur Vor-Finanzierung späterer Vorteile bereit sein. Starke Schultern müssen dabei mehr tragen als schwache. Die Idee eines bundesweiten Bildungssolis könnte ein gutes Instrument der Finanzierung sein, wenn die Vermögenden dabei den ihnen möglichen Beitrag leisten.