Ein Blick hinter den Vorhang: Müssen wir sparen?

Angeblich haben wir über unsere Verhältnisse gelebt und müssen jetzt sparen, vor allem der Staat darf nicht mehr so viel wie bisher ausgeben. Viele glauben das – es klingt moralisch richtig. Wenn der Staat weniger ausgibt, dann braucht er auch nicht so viele Steuern. Das gefällt allen, besonders allerdings den Reichen und Vermögenden. Dass hinter dieser ständig wiederholten Argumentation aber krasse Unlogik steckt, kann eigentlich leicht durchschaut werden. Weiterlesen

Schuldenabbau ist machbar

Eine klare Rechnung in ZEIT-online: Alle Achtung! Dort werden Schulden und Vermögen gegenüber gestellt: “Sämtliche privaten Haushalte verfügten netto über 6,6 Billionen Euro, das meiste davon in der Hand des reichsten Fünftels. Öffentlichen Schulden von 2,5 stehen also mindestens 6,6 Billionen privater Vermögen gegenüber. Dieser Reichtum erlaubt es, die Staatsschuld zu tilgen, ohne die Vermögenden unzulässig zu belasten.” Daraus folgt der Vorschlag eines “Lastenausgleichs” über einen Zeitraum von 30 Jahren.

Wie in der Aufbauphase nach dem 2. Weltkrieg wird eine Vermögensabgabe erhoben, die in der Regel aus den Vermögenserträgen finanziert werden kann. Der Staat hätte danach seine Schulden abgebaut. In der Bevölkerung und auch unter der Schicht der Vermögenden müsste die Bereitschaft dazu erreicht werden. Also mal drüber nachdenken.

Wie immer an dieser Stelle: Die deutsche Schuldenuhr in Verbindung mit der Vermögensuhr.

Die tickende Vermögensuhr

Immer wieder wird von interessierter Seite die hohe Staatsverschuldung beklagt. Insbesondere die Kommunen stecken in einer oft aussichtslosen Lage. Steigenden (auch sozialen) Ausgaben stehen schwankende, jedenfalls nicht ausreichende Einnahmen gegenüber. Es muss gespart werden, heißt es dann. Bei wem? Ja, natürlich bei der sogenannten “Allgemeinheit”. Bevor bei öffentlichen Leistungen weiter gespart wird, schauen wir doch einmal auf die kombinierte Schulden- und Vermögensuhr:

Die Erhaltung dieser Ungleichverteilung ist übrigens ein Hauptgrund für die kaum noch vorstellbaren Milliardenbeträge für die Bankenrettungen. Wessen Vermögen wird da eigentlich ständig gerettet?

Wie heißt es so schön: Nur die Reichen können sich einen armen Staat leisten.