Lemgo: Endlich Sicherheit an Wallquerungen

Da fällt der Ratsmehrheit von SPD, FDP und BfL sicher ein Stein vom Herzen. Dafür haben sie lange gekämpft. Die Wallvorfahrt für Fußgänger und Radfahrer ist am Slavertor und Leopoldstraße beseitigt. Die Autofahrer können wieder unbehelligt fahren. Auch die Zebrastreifen sind beseitigt. Jetzt passieren keine Unfälle mehr.

Und das alles für nur 20.000 Euro aus dem klammen Stadtsäckel – richtig billig!

Advertisements

20.000 Euro für Beseitigung der Wallvorfahrt

Noch gibt es ihn: Den Flyer der Stadt Lemgo zur Bedeutung des Walls für Fußgänger und Radfahrer. Bald kann er im Museum besichtigt werden. Die Wallvorfahrt wird für 20.000 Euro am Slavertor und an der Leopoldstraße rückgängig gemacht. Das hat eine Mehrheit von SPD, BfL und FDP im Rat entschieden.

Stolz wurde damit ein Wahlversprechen eingelöst. Wegen der Unfälle, sagt die SPD. Am Slavertor gab es einige (glücklicherweise leichte) Unfälle. Warum dann auch die Änderung an der Leopoldstraße, obwohl es dort keine Unfälle gab? Und warum keine Verbesserung der Verkehrsregelung am Slavertor?

Warum denkt man nicht über die zu hohen und unerlaubten Geschwindigkeiten der Autofahrer am Slavertor wegen der Stadtausgangssituation nach? Vor allem: Warum verschlechtert man die Situation für Fußgänger durch die Beseitigung der Zebrastreifen an beiden Übergängen?

Warum gibt man 20.000 Euro aus, ohne diese Fragen beantwortet zu haben?

Für Sachinteressierte!

Zur Erinnerung: Das Lemgoer Radwegekonzept

Hauptausschussmitglieder könnten sich vorbereiten

Da in der letzten Verkehrsausschusssitzung fünf Bürgeranträge ohne Nachfragen und ohne eigene Argumente von SPD, FDP und BfL mit 7 zu 6 Stimmen abgelehnt wurden, wollen wir dieser Mehrheit für die nächste Hauptausschusssitzung die Möglichkeit zur guten Vorbereitung geben. Hier können die Hauptargumente für die Bürgeranträge nachgelesen werden. Übrigens sind die Bürgeranträge von 1360 Unterschriften unterstützt worden. Sollte man so vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht wenigstens ernsthafte Argumente gönnen?

Die Hauptausschusssitzung findet am Montag, den 8. November um 16.00 Uhr in der Feuerwache statt. Wer Zeit hat, könnte am Montag vielleicht mal vorbeischauen.

Zur Auseinandersetzung mit der Wallvorfahrt eignet sich die Internetseite des “Aktionsbündnisses Wallvorfahrt”.

Fortsetzung des Schauspiels der Wallvorfahrtsgegner?

Die fünf Bürgeranträge für die freie Wallfahrt werden am kommenden Montag dem Hauptausschuss vorgelegt – sicher auch in der Einsicht, dass der Verkehrsausschuss für eine grundlegende Änderung der Wallvorfahrt für Fußgänger und Radfahrer nicht zuständig ist.

Die Hauptausschusssitzung beginnt um 16.00 Uhr in der Feuerwache.

Aktionsbündnis: „Arrogante Machtdemonstration“ des Verkehrsausschusses

Das “Aktionsbündnis Wallvorfahrt” hat zur neuerlichen Entscheidung des Verkehrsausschusses, die Wallvorfahrt für mindestens 20.000 Euro zu ändern, Stellung genommen. Die Tatsache, dass die Mehrheit von SPD, FDP und BfL ohne eigene Argumente in der Ausschusssitzung gegen 1350 Unterschriften gestimmt haben, bezeichnet das Bündnis als “arrogante Machtdemonstration”. Das Bündnis plant weitere Maßnahmen und trifft sich deshalb am 10.November um 18.30 Uhr im Cafe Vielfalt in der Mittelstraße.

Hier die Stellungnahme des Aktionsbündnisses auf “Lemgo-News”

Verwaltung würde Wallvorfahrt nicht ändern

Bauamtsleiter Strüßmann machte deutlich: Die Verwaltung würde die Freie Wallfahrt nicht ändern. Sie würde zusammen mit der Kreis-Verkehrsbehörde Verbesserungen vorschlagen, wo dies nötig sei. Durch die knappe Mehrheitsentscheidung im Verkehrsausschuss war sie nun beauftragt worden, die Maßnahmen zur Änderung der Vorfahrt zu planen.

Die Zebrastreifen würden beseitigt, es müsse die Fahrbahn für die Autos und auch der Gehsteig für die querenden Fußgänger durchgehend gestaltet werden, u.a. durch entsprechende Bordsteine oder Rinnen. Für Leopoldsstraße und Slavertor seien ungefähr 20.000 Euro notwendig. Müssten die Erhöhungen zurückgebaut werden, fielen weit mehr als das Doppelte der Summe an.

Auf 20.000 Euro beläuft sich der Gesamtjahresetat für Einzelmaßnahmen nach dem Radwegeplan. Weitere Einzelmaßnahmen, die die GRÜNEN zur Umsetzung des Radwegeplans vorgeschlagen hatten, wurden ebenfalls weitgehendabgelehnt.

Aktionsbündnis Wallvorfahrt aktiv

Für den Erhalt der freien Wallfahrt werden vom Aktionsbündnis weiter Unterschriften gesammelt, u.a. am Samstag, den 23.10.2010 in der Innenstadt. Am Mittwoch, den 27.10.2010 wird im Verkehrsausschuss noch einmal über die Abschaffung der Wallvorfahrt diskutiert. Die Sitzung beginnt um 18.00 Uhr in der Feuerwache. Für diese Sitzung haben die GRÜNEN weitere Anträge zur Detailverbesserung des Lemgoer Radwegenetzes gestellt.

Hier weitere Informationen des Aktionsbündnisses Für die Wallvorfahrt